Männlichkeit im Wandel

Posted by Dave on Dec 3, 2008 in Gedankenpause, Gesellschaft, In and Out, Leben |

Angeregt durch einen Artikel, den ich grade gelesen habe, will ich doch mal meine Gedanken rund um dieses Thema niederschreiben.

Wenn man mal vergleicht, wie sich generell die Gesellschaft wandelt, mag sich vielleicht sogar die Frage stellen, ob es noch richtige Männer gibt heutzutage.

Aber zuerst sollte man sich überhaupt mal überlegen, was denn einen richtigen Mann ausmacht:

  • Gute Manieren (Bitte/Danke sollten z.B. keine Fremdwörter sein, ebenso sollte man schon mal zumindest den Knigge überflogen haben um sich richtig verhalten zu können)
  • Höflichkeit und Respekt gegenüber anderen und sich selbst
  • Gepflegtes Aussehen
  • Aufrichtigkeit
  • Ehrlichkeit
  • Integritaet
  • Intelligent und gebildet (man muss kein Einstein sein, allerdings sollte man über aktuelle Ereignisse bescheid wissen und auch selbstständig Denken können)

Sicherlich lässt sich die Liste noch um ein paar Punkte ergänzen. Allerdings sollte ein gewisses Grundverstaendnis dadurch gegeben werden können.

Nun möchte ich einmal die Punkte im Einzelnen betrachten:

Gute Manieren:

Ein Phänomen in unserer Gesellschaft ist, dass gute Manieren immer mehr zu verschwinden scheinen. Dies kann man merken, an dem Fehlen eines einfachen Bitte oder Danke in Konversationen. Es geht weiter mit Tischmanieren bzw. dem verhalten bei gesellschaftlichen Anlässen. Personen (nicht nur Männer) der jüngeren Generationen scheinen nicht zu wissen, wie man sich bei solchen Gegebenheiten zu verhalten hat und es interessiert sie auch nicht. Was für sie zählt ist einzig und allein, dass es Spaß macht. Hat es mich früher oft genervt, wenn ich wieder und wieder von meinen Eltern erzählt bekam, wie man sich zum Beispiel am Tisch zu verhalten habe, bin ich jetzt um so dankbarer, dass sie damals darauf Wert gelegt haben.

Höflichkeit und Respekt:

Ein Mann sollte nicht nur Höflichkeit und Respekt gegenüber anderen haben, sondern auch gegenüber sich selbst. Wenn man sich selbst nicht respektieren kann, so kann man erst recht niemand anders respektieren. Um dahin zu gelangen, braucht man natürlich ein Selbstwertgefühl, eine Vorstellung was man werden will und einen Willen, dies auch zu erreichen. Ich weiß nicht, ob ich als Hartz IV Empfänger, der nur rumgammelt, keine Lust mehr zu irgend etwas hat und auch nicht weiß, was er überhaupt noch machen will, Respekt für mich zu haben. Andererseits kann jeder, der es auch will, etwas aus sich machen. Ja, selbst ein Hartz IV Empfänger ist nicht immer nur eine rumgammelnde, arbeitsscheue Person.

Ebenfalls sollte man andere Personen respektieren, wie sie sind. Man erwartet schließlich auch Respekt von anderen gegenüber sich selbst. Es ist nun mal so, dass man nicht der Nabel der Welt ist und man von allen gehuldigt wird. Ein Trend scheint auch zu sein, sich über Alles und Jeden lustig zu machen. Hier fehlt auch der Respekt gegenüber älteren oder benachteiligten Leuten.

Gepflegtes Aussehen :

Hierbei rede ich nicht von regelmäßiger Hygiene oder einem Friseurbesuch. Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein. Es geht vielmehr um die Alltagskleidung. Wie oft sieht man die Baggypants, die bis in die Kniekehlen hängen oder aufgeplusterte Jacken, die das Aussehen eines Michelinmännchens verleihen? Auch übertriebene Goldkettchen und schief aufgesetzte Caps sind nicht wirklich sehr stylisch. schließlich leben wir hier nicht im Ghetto (Aber auch wenn man es tut, sollte man den Willen haben, wo anders hinzukommen und das gelingt mit so einem Stil nicht).

Es muss ja nicht immer ein Anzug mit Stoffhose und Krawatte sein, allerdings sollte es schon etwas eleganter aussehen.

Allerdings sollte das Erscheinungsbild auch natürlich wirken, wenn Mann dann am Kragen eines Hemdes/Sweaters Spuren von ägyptischer Erde hat, wirkt er nicht wirklich authentisch und eher schwul.

In die gleiche Kategorie fallen rosa Polohemden. Sie sind nicht huebsch und vor allem nicht maennlich.

Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit:

Wie oft kommt es heutzutage vor, dass man die Schuld bei anderen und nicht bei sich selbst sucht? Man hat vielleicht Angst, das falsche zu sagen oder für Fehler bestraft zu werden. Allerdings sollte ein Mann sich seiner Fehler bewusst sein und auch dazu stehen, wenn er falsch lag. Mann muss nicht immer Recht haben. Es gibt keinen “Ich habe am Meisten Recht gehabt” Wettbewerb. Allerdings bekommt man oft den Eindruck in Konversationen.

Lasst euch nicht von anderen einfach umstimmen, nur weil ihr nicht widersprechen wollt. Zum Beispiel vom Chef. Nur weil er in der Hierarchie höher steht, heißt es nicht, dass er immer Recht hat. Viel zu viele laufen einfach blind hinter einer Person her, ohne selbst nachzudenken. Aus Angst, anders zu sein, etwas Falsches zu sagen oder auch aus Bequemlichkeit.

Integritaet:

Heutzutage gibt es so viele Leute, die sich selbst nicht mehr treu sind. Es ist ja auch schwer in unserer heutigen Zeit, bei so vielen Verlockungen. Man schwimmt einfach mit dem Strom, weil es so einfach ist und die Meinung ändert sich wie ein Fähnchen im Wind, je nachdem woher dieser auch aus gesellschaftlicher und politischer Richtung wehen mag. Nur weil man es einfacher hat, wenn man immer schön JA sagt, beweißt dies jedoch kein Rückgrat. Ab und an muss man etwas für andere offensichtlich Falsches tun, um das Richtige zu tun.

Intelligenz und Bildung:

Es ist schwer eine niveauvolle Konversation mit Leuten zu führen, die sich nicht richtig ausdrücken können, keine Allgemeinbildung haben und auch nichts von aktuellen Ereignissen wissen. Leider ist dies auch immer häufiger der Fall heutzutage. Natürlich kann man nicht immer Alles wissen, jedoch mangelt es ja oft schon an den eigentlichen Grundlagen.

Fazit:

Die Gesellschaft hat sich sehr im Laufe der Zeit gewandelt. Durch die Aufweichung von gesellschaftlichen Normen sind Verhaltensweisen toleriert und akzeptiert, die vor einiger Zeit noch verpönt und teilweise undenkbar waren. Bevor mir nun jemand unterstellen mag, dass ich konservativ bin: Ich denke, dass Wandel wichtig und nötig ist, jedoch kann der Wandel sowohl positiv als auch negativ sein. Im Hinblick auf die gesellschaftlichen Normen fällt er größtenteils negativ aus.

Aus meiner Sicht gibt es kaum noch richtige Männer. Entweder sind es verweichlichte Mamasöhnchen, computerspielende, geistlose Zombies oder manierenlose, respektlose, frauenbetrügende Machos. Vielleicht auch eine andere Mischung aus diesen Attributen.

Die richtigen Männer mit Wertvorstellung, Rückgrat, Charisma, Intelligenz, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Höflichkeit und Manieren scheinen jedenfalls auszusterben. Kein Wunder, wenn die Gesellschaft das oben genannte Verhalten unterstützt und belohnt.

Ich werde sicher nicht herumlaufen und andere Leute bekehren wollen, man muss es von sich selbst aus wollen, sonst wird es nichts. Zum Schluss noch ein paar Tipps für die, die sie wollen :

  • Gewöhnt euch an, Bitte und Danke zu sagen
  • Lest den Knigge, er ist nicht teuer und auch keine trockene Theorie
  • Setzt euch Ziele im Leben, von denen ihr überzeugt seid, dass sie sich lohnen. Wenn ihr nicht davon überzeugt seid, werdet ihr sie nie erreichen oder es überhaupt versuchen
  • Behandle andere, so wie du selbst behandelt werden willst
  • Halte dich nicht für zu wichtig, die Welt würde sich auch ohne dich weiter drehen.
  • Steckt immer ein paar Tic Tacs oder ähnliches ein. Unangenehmer Mundgeruch ist für andere sehr unangenehm, besonders, wenn man z.B. etwas erklärt und daher einer anderen Person unter Umständen recht nahe ist.
  • Steht dazu, wenn ihr einen Fehler gemacht habt und gebt ihn offen zu
  • Steht zu dem, was ihr denkt und tut. Egal ob ihr es damit leicht habt oder nicht.
  • Schaut Nachrichten, haltet euch informiert, seid wissbegierig
  • Denkt selbstständig, lasst es euch nicht von anderen eure Meinung bilden oder sagen, was ihr tun müsst.
  • Ein Lächeln kostet nichts und lässt einen charismatischer erscheinen. Das heißt nicht, dass man ein blödes Dauergrinsen aufsetzen sollte.

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2 Comments

Script-Diver
Dec 3, 2008 at 9:49 am

Was mir bei deiner Analyse fehlt – was bei dem Titel aber sehr gut gepasst hätte – ist der wandel unserer Gesellschaft in Hinblick auf die Sexualität. Immer mehr in Richtung Metrosexuell. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht ja antiquiert. Aber ich weigere mich einfach rosa Polohemden zu tragen. :P


 
Dave
Dec 3, 2008 at 11:53 am

Da hast du Recht, ich werds noch ergaenzen.


 

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